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Aloha Fernweh

29 Jan

Auf Hawaii kann man wunderbar Pauschalurlaub machen – muss man aber nicht. Wer sich auf das Abenteuer Camping einlässt, wird mit sagenhafter Natur und viel viel Ruhe belohnt.

 
Zu allererst ist da dieses Licht. Sobald die Sonne aufgeht, taucht sie Hawaii in einen blendenden Glanz. Als hätte jemand einen Scheinwerfer auf die Inselkette gerichtet. Besonders wenn ich aufs Meer hinaus schaue, zeigen sich in dieser Lichtfülle Himmel und Wasser beinahe unzertrennlich. So hell die Tage sind, so düster sind die Nächte. Kein Wunder, dass Hawaii weltweit zu den besten Orten für Sternbeobachtung zählt. Zu den berühmtesten (und schönsten) gehört der Vulkan Haleakala auf Maui. Mitten im Pazifik, 3000 Meter über dem Meer, richten auf dem Kraterrand nicht nur Teleskope ihre Spiegel in den Himmel. Am Abend schleppen sich hunderte Autofahrer die steilen Kurven Richtung Besucherzentrum auf immerhin noch 2900 Metern Höhe entlang, um einen unvergesslichen Blick auf die Sterne zu werfen. Doch auch der Sonnenaufgang ist beliebt. So sehr, dass ab dem 1. Febraur eine Reservierung nötig ist und sogar Eintrittsgeld für das Natur-Spektakel anfällt.
 
 
Auch wir brechen zum Sonnenaufgang auf, um anschließend eine 18 km lange Wanderung um den Krater herum zu machen. Da es sich bei dem Sliding Sands Trail um keine Rundwanderung handelt, liegen Start- und Endpunkt in diesem Fall weit auseinander. Wer clever ist, stellt den Wagen am Endpunkt der Wanderung ab (Halemauu Trailhead) und trampt die 10 km zum Besucherzentrum. Eure Füße werden es euch danken! Während zum Sonnenaufgang die Menschenmassen um den besten Platz buhlen, ist man auf der Wanderung vor allem eins: allein. Und während es morgens bitterkalt und windig ist, klettern die Temperaturen mittags locker auf 25 Grad. Selbst Eiskristallen, die sich über Nacht in der Asche gebildet haben, kann man beim Schmelzen zusehen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Auf Maui verbringen wir insgesamt vier Tage. Touristisch sehr erschlossen und damit in Küstennähe leider häufig verbaut, gehört der Haleakala National Park in der Mitte der Insel definitiv zu den Highlights. Auch die Camping-Plätze sind auf Maui rar gesät. Womöglich ein Zeugnis des vorherrschenden Pauschaltourismus. Am meisten kann ich den Kipahulu Campground emfehlen. Ruhig und direkt im Nationalpark gelegen, ist es hier zwar nach Sonnenuntergang recht frisch, dafür wird man aber mit Meeresrauschen geweckt. Das das auch anders geht, mussten wir leider im Wainapanapa State Park erfahren. Laut Vorrecherche einer der besten Camping-Plätze auf Maui, herrschten während unseres Aufenthalts gnadenlose Bauarbeiten. Pünktlich zum Sonnenaufgang baggerte und hämmerte es drauf los. Überall Absperrungen und Zäune. Die Zelte standen dicht an dicht. Fazit: Danke, aber nein danke.
 
Kaua'i ist die nördlichste besiedelte Insel und trägt dank des wechselnden Klimas den Beinamen "Garteninsel". In der Tat sollte uns bei unseren Wanderungen häufig üppiges Grün begegnen. Im Waimea Canyon mischt sich allerdings auch ein tiefes Rot hinzu und sorgt im Zusammenspiel mit einem wolkenfreien Himmel für krasse Kontraste. Der Kukui Trail ist für die Erkundung des Canyons optimal. Auch Jäger nutzen diesen Wanderweg – das ist hier ausdrücklich erlaubt und gängige Praxis. Auf vier Kilometern (einfach) steigt man von 900 auf 300 Meter in das Tal hinab. Durch diesen Höhenunterschied auf relativ geringer Länge ist der Trail sehr anstrengend – insbesondere auf dem Rückweg. Ich persönlich würde nicht die gesamte Distanz bis zum Flusslauf empfehlen. Denn die schönsten Ausblicke bieten sich bereits auf halber Strecke, bevor der Wald anfängt und die Mücken loslegen ;).
 
 
 
 
Ein weiteres Wander-Highlight und für mich das schönste Naturerlebnis Hawaiis, ist der Awaawapuhi Trail (5 km round-trip) – begleitet vom Camping-Platz im Koke'e State Park. Kleine Zelt-Buchten mitten im Wald mit Grillmöglichkeit und ordentlich Privatsphäre. Von hier sind es nur wenige Minuten mit dem Auto bis zum Ausgangspunk des Wanderwegs. Dieser führt zunächst durch einen Wald, vorbei an massiven Felsen, um einem dann ganz unvermittelt den schönsten Blick auf die Napali-Küste zu eröffnen.
 
 
 
 
 
 
Während Maui mit Camping-Plätzen geizt, hat man auf Kaua'i schon bessere Karten – vorausgesetzt man bucht im Voraus und holt sich für die County Parks eine "Permit". Wer hierzu Fragen hat, kann mich gerne anfunken. Bis auf eine Party-Nacht der Locals (Salt Pond Beach), hatten wir fast immer Meerblick und unsere Ruhe ;). Kalte Süßwasserduschen und feste Toiletten sind mittlerweile überall Standard. Wer sich also auf das Abenteuer Camping einlässt und die Strandliege gegen Wanderschuhe eintauscht, spart nicht nur Zimmerpreise von 200 USD pro Nacht, sondern erlebt eine stolze und unberührte Natur. Herrlich kitschige Sonnenuntergänge inklusive.
 
 
 
 
 
 
 

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2 Comments

Christina 01.29.2017

Ein sehr schöner Beitrag, der sofort Lust auf eine Hawaii-Reise macht!

Barbara 01.30.2017

Awesome report!Beautiful pictures!More travel stories, please!!Kisses from OZ

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